Emissionszertifikate – wie sie den Emissionshandel prägen

April 1, 2022
Lesezeit: 3 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Bereits seit Beginn 2005 gibt es innerhalb der EU den Emissionsrechtehandel. Dieser gibt detailliert vor, wie viele Treibhausgasemissionen im Unternehmen ausgestoßen werden dürfen. Das wichtigste Instrument des Baukastens sind die Emissionszertifikate. Nur durch sie erwirbt ein Unternehmen die Berechtigung, CO2-Emissionen während einer konkreten Handelsperiode zu verursachen. Wie sich der Zertifikate-Handel mit den Jahren entwickelt hat und worauf es ankommt, erfährst du direkt hier.

So ist der Emissionshandel in der EU entstanden

Schon seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die Europäische Kommission das Ziel gesetzt, eine Steuer auf Kohlenstoff und Energie einzuführen. Während dies im ersten Anlauf nicht funktioniert hat, da viele Nationalstaaten auf ihre Selbstbestimmung pochten, nahm der Vorschlag auf Basis des neuen Kyoto-Protokolls aus dem Jahr 1997 wieder Fahrt auf. So wurde der Emissionshandel umgesetzt.

Wirklich viel bewirken konnten die Emissionszertifikate dabei in der ersten Phase jedoch nicht. Dies liegt vor allem an den geringen Preisen, die im Unternehmen kaum zu einem spürbaren Umdenken geführt haben. Erst seit Einführung der neuen CO2-Steuer, die hier in Deutschland eine große Rolle spielt, haben sich die Preise pro Emissionszertifikat deutlich weiterentwickeln können. So wird auch der Druck auf die Unternehmen selbst erhöht, Emissionen zu senken und ökologischer zu arbeiten.

Technische Abläufe und Verknappung der Emissionszertifikate

Auch wenn es auf den ersten Blick nach einem echten Dokument klingen mag, existieren die vielen Emissionszertifikate nur in rein digitaler Form. Kern der Zertifikate ist es dabei, den Ausstoß mit der Zeit durch eine künstliche Verknappung zu verringern und die Emissionsrechte einzuschränken. So wird es für viele Branchen einfacher, direkt von Beginn an auf Verschmutzungsrechte zu verzichten.

Ein häufig erwähnter Kritikpunkt ist, dass die Emissionszertifikate bis heute nicht in allen Branchen von Bedeutung sind. Vorteilhaft ist jedoch, dass der Emissionshandel dabei täglich relevanter wird und dass immer mehr Anlagen in das Emissionshandelssystem integriert werden. Die folgenden Branchen sind an dieser Stelle verpflichtet, Emissionsberechtigungen durch Zertifikate zu kaufen:

  • Glas-, Keramik- und Ziegelindustrie
  • Fossile Energieerzeugungsanlagen ab 20 MW
  • Kohleindustrie und chemische Industrie
  • Industrie zur Herstellung technischer Gase
  • Unternehmen aus der Metallindustrie
  • Zement- und Kalkindustrie
  • Flugverkehr (Handel und Personen)

Mittlerweile sind wir in der vierten Phase des Emissionshandels angekommen, wodurch sich das Ausgabevolumen neuer Klimazertifikate jährlich auf 2,2 Prozent erhöht. Waren es zuvor nur 1,74 Prozent, ist der damit verbundene Kostenanstieg für viele Unternehmen spürbar. Während die Emissionszertifikate in der ersten Phase noch beinahe nur kostenlos ausgegeben wurden, hat sich dies mit der Zeit deutlich verändert. So ist schon jetzt eine spürbare Verknappung zu erkennen.

Die Bedeutung der Marktstabilitätsreserve im Emissionshandel

Da es in den vergangenen Jahren immer wieder zu einem Preisverfall der Emissionszertifikate kam, wurde im Jahr 2019 die Marktstabilitätsreserve eingeführt. So soll es durch eine aktive Verknappung der Zertifikate möglich werden, auch spontan bei Preisschwankungen einzuschreiten und die CO2-Zertifikate als stabile Maßnahme zu implementieren. Vor allem gegen die problematischen, jedoch sehr häufig vorkommenden Marktüberschüsse lässt sich durch die Marktstabilitätsreserve vorgehen. Dies macht es möglich, den Fokus in jeder Periode auf die Verringerung der Treibhausgase zu legen.

Weiterführende Mechanismen zur Emissionsreduktion

Parallel zum Emissionshandel und den damit verbundenen Emissionszertifikaten gibt es mehrere Ansätze, die sich auch der CO2-Kompensation im Unternehmen widmen. Nicht nur der Ausstoß von Emissionen und die damit verbundenen Verschmutzungsrechte, sondern auch das Potenzial rund um die Ersparnis spielt dabei eine tragende Rolle. Die folgenden zwei Mechanismen ermöglichen es dir an dieser Stelle, auch international Treibhausgasemissionen einzusparen und den Handel zu steuern.

Clean Development Mechanism

Mit dem CDM erwartet dich ein Mechanismus, der sich der Umsetzung von Klimaschutzprojekten und der Bekämpfung des Klimawandels widmet. Ähnlich wie beim Handel mit Emissionsrechten, basiert der Clean Development Mechanism auf dem Kyoto-Protokoll. Hierbei lassen sich auch die eigenen Verpflichtungen erfüllen, indem Projekte in Entwicklungsländern umgesetzt werden.

Joint Implementation

Ebenfalls Teil des Kyoto-Protokolls ist der Joint Implementation Mechanismus, durch den sich Schadstoffemissionen flexibel senken lassen sollen. Kern des Konzepts ist es, dass sich die Menge an Tonnen CO2 auch in anderen Industrieländer senken lässt, um den globalen Klimawandel so wirksam wie möglich zu bekämpfen. Dies wirkt sich auch auf die lokalen Emissionszertifikate aus.

Jetzt mehr über Emissionszertifikate und ihre Wirkung erfahren!

Der Emissionshandel ist ein mächtiges Instrument, das auch in den kommenden Jahren aufgrund der zunehmenden Verknappung an Bedeutung gewinnen wird. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, schon heute eine bessere Organisation der Emissionsberechtigungen zu ermöglichen und so für eine Reduzierung der Treibhausgase zu sorgen. Solltest du dabei mehr über die Messung deiner Scope 1, 2 und 3 Emissionen erfahren wollen, schau dir gerne unseren weiterführenden Beitrag zum Thema an.

Ein Projekt der RIK JAMES Media GmbH.
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