Bestandskonten – das solltest du wissen!

Mai 20, 2022
Lesezeit: 4 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Zur Erfassung und Buchung der täglichen Geschäftsvorfälle kommt es auf ein System mit zahlreichen Konten an. Sowohl aktuelle Einnahmen als auch mögliche Verbindlichkeiten können auf diese Weise ohne viel Aufwand verbucht werden. Damit sich Erträge und Aufwendungen vollständig trennen und gezielt unterteilen lassen, kommt es auf die klare Einteilung deiner Konten an. Konkret wird dies mit Erfolgskonten und Bestandskonten möglich. Was Bestandskonten auszeichnet, zeigen wir dir hier.

Was genau sind Bestandskonten?

Wie der Name bereits zeigt, sind Bestandskonten für den aktuellen Bestand von Bedeutung. Dies gilt sowohl für Verbindlichkeiten als auch für Zugänge und Vermögen. So werden die Bestandskonten zu einer klaren Übersicht für die Posten direkt vor der Bilanz. Da die Bestandskonten immer die aktuelle Situation abbilden, lassen sie sich dazu auch als fortgeführte Bilanz für dein Unternehmen verstehen.

Wichtig ist an dieser Stelle die Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Bestandskonten. Mehr zur damit verbundenen Aufteilung der Geschäftsvorfälle deines Unternehmens erfährst du später im Beitrag. Die Inhalte beider Konten werden zum Ende deines Geschäftsjahres in die Bilanz überführt.

Diesen Zweck erfüllen die Bestandskonten

Durch die jederzeit aktuelle Erfassung stellen Bestandskonten die Mittel dar, die sich direkt aus der Bilanz herausbilden. Dies ermöglicht eine deutlich genauere Unterscheidung zwischen Vermögen und Schulden. Sobald es in deinem Unternehmen zu einer Veränderung des Bestands kommt, wird dies auch im Bestandskonto ersichtlich. Auf diese Weise behältst du zur Liquidität jederzeit den Überblick.

Doch nicht nur für die eigene Übersichtlichkeit, sondern auch für den Endbestand in deiner Bilanz sind die Bestandskonten von hoher Bedeutung. So lässt sich bei der Erfassung deiner Steuer direkt auf die Bestände der Aktiv- und Passivkonten zurückgreifen, um deinen Buchungssatz zu ermitteln.

So unterscheiden sich die Bestandskonten

Um die Buchungen für dein Bestandskonto im Blick zu behalten, kommt es auf die richtigen Arten des Kontos an. Sowohl aktive Bestandskonten als auch passive Bestandskonten sind zu unterscheiden. Bei einer Veränderung des Vermögens deines Unternehmens wird das Aktivkonto genutzt. Passive Konten bilden hingegen das Unternehmenskapital ab. Im Folgenden etwas mehr zur Unterteilung:

Aktivkonten

Vorgänge, die sich auf das Vermögen deines Unternehmens auswirken, werden im Aktivkonto erfasst. Sowohl Anlagevermögen als auch Umlaufvermögen kommen dabei infrage. Beispiele für aktive Bestandskonten sind Maschinen, Systeme, Rohstoffe, Grundstücke oder Kassenbestände.

Passivkonten

Passivkonten bilden dein Unternehmenskapital ab. Dies gilt sowohl für dein Eigenkapital als auch für mögliche Verbindlichkeiten. Auch Hypotheken und mögliche Rückstellungen sind auf dieser Seite zu erfassen, wodurch eine Vielzahl der regelmäßig anstehenden Kosten berücksichtigt sind.

Darauf ist bei Buchungen auf das Bestandskonto zu achten

Da es im täglichen Betrieb zu einer Vielzahl möglicher Geschäftsvorfälle kommt, wird eine richtige Buchung entscheidend. Dabei solltest du im Blick behalten, ob eine Buchung auf das Aktivkonto oder eine Übertragung auf das Passivkonto erforderlich ist. Geht ein Betrag auf deinem Aktivkonto ein, handelt es sich um einen Soll. Dies ist zum Beispiel beim Kauf von technischen Anlagen der Fall. Die Sollseite ist bei deiner Kontenerfassung immer die linke Seite und sollte dort auch verbucht werden.

Handelt es sich hingegen um einen Verkauf, zum Beispiel für Produkte oder Systeme, ist der Abgang auf der Habenseite zu erfassen. Bei Eingängen auf dem Passivkonto verhält es sich genau andersrum. Bei einer Kreditaufnahme handelt es sich um einen Zugang im Haben, begleichst du hingegen eine Rate, ist dies im Soll als Abgang zu verzeichnen. So behältst du das Kapital zu jeder Zeit exakt im Blick.

Tipp: Bei den angesprochenen Konten handelt es sich um rein fiktive Konten zur Buchung. Eine Unterteilung in mehrere Geschäftskonten ist für dein Unternehmen dabei nicht erforderlich.

Weitere Kontoarten für die reibungslose Buchung

Für deine Bestandskonten ergeben sich durch die Bilanz zum Jahresende konkrete Endbestände. Diese werden für das neue Jahr dann wiederum als Anfangsbestände übernommen. Wer durch eine neue Gründung bisher keine Anfangsbestände vorweisen kann, überträgt in den Konten eine Null.

Neben Aktivkonto und Passivkonto spielen auch Erfolgskonten eine wichtige Rolle. Diese sind ergänzend zu deinem Bestandskonto von Bedeutung und stellen die Basis der späteren Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) dar. Sowohl ein Aufwand als auch ein Ertrag werden dadurch über das entsprechende Erfolgskonto gebucht. Dies sorgt für eine klare Abbildung aller Wertveränderungen. Auch hier muss im Detail noch einmal zwischen Ertragskonto und Aufwandskonto unterteilt werden:

Ertragskonto

Auf dem Ertragskonto werden positive Wertveränderungen gebucht. Dies können zum Beispiel Erlöse durch Umsatz sein, aber auch Erträge durch Zinsen oder Provision aus dem Arbeitsalltag.

Aufwandskonto

Aufwendungen werden hingegen über das Aufwandskonto verbucht. Dies sind laufende Kosten wie Löhne und Gehälter, Mieten, Zinszahlungen, Material und weitere entstehende Pflichten.

Jetzt mehr über die Kontierung im Unternehmen erfahren!

Für eine vollständige Buchführung sind sowohl die Bestandskonten als auch die Erfolgskonten von Bedeutung. Behalte dabei die Aktivseite und die Passivseite genau im Blick, um Informationen zum verfügbaren Eigenkapital im Unternehmen zu erhalten. Auch für deinen Anfangsbestand im neuen Geschäftsjahr spielen die richtige Kontierung und dein Saldo eine tragende Rolle. Solltest du mehr zu ähnlichen Themen erfahren wollen, dann schau dir gerne auch unseren Beitrag zu den T-Konten an.

Ein Projekt der RIK JAMES Media GmbH.
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