Scope 3 Emissionen – darauf kommt es an!

April 1, 2022
Lesezeit: 3 Minuten

Inhaltsverzeichnis

Der wohl anspruchsvollste Bereich zur Berechnung von Emissionen trifft auf die Kategorie Scope 3 zu. Hierbei handelt es sich um indirekte Emissionen, die sich nicht unmittelbar in deinem Besitz befinden und dennoch im Betriebsalltag verbraucht werden. So bieten dir die indirekten Scope 3 Emissionen einen sehr wichtiger Überblick zur gesamten Wertschöpfungskette und lassen sich in viele Kategorien einteilen. Direkt in diesem Beitrag zeigen wir dir, welche Emissionsquellen dabei zu Scope 3 gehören.

Welche Emissionen sind im Bereich Scope 3 erfasst?

Grundlage der Scope 3 Emissionen ist das GHG-Protokoll, in dem alle Aspekte zur Berechnung und zur Auswertung der Treibhausgasemissionen vermerkt sind. Dadurch sind die Emissionen eng mit der Geschäftstätigkeit im Unternehmen verbunden. Die folgenden Faktoren spielen für den CO2-Ausstoß im Unternehmen daher eine wichtige Rolle und werden im Rahmen der Scope 3 Emissionen erfasst:

  • Geschäftsreisen: der Einfluss von Flugreisen, Bahnfahrten, Autofahrten, Taxis, Bussen und weiteren Formen der Mobilität. Für den gesamten Arbeitsweg von Bedeutung.
  • Energie-Aktivitäten: Emissionen der Quellen zur Herstellung von Energie und Brennstoffen. Wichtig ist, dass diese noch nicht in den Bereichen Scope 1 und Scope 2 erfasst sein dürfen.
  • Betriebsabfälle: Entsorgung über Deponien und im Abwasser. Vor allem Methan und Lachgas sind als emittierte Gase zu beachten. Mehr dazu im Beitrag über die CO2-Äquivalente.
  • Waren und Dienstleistungen: umfassen alle vorab relevanten Emissionen von der Herstellung bis hin zum finalen Einkauf. Sowohl produktionsbezogen als auch nicht produktionsbezogen.
  • Transport: Sowohl vorgelagert durch Lieferanten als auch nachgelagert durch den Kunden. Die Emissionen für Landweg, Seeweg und Lufttransporte werden hierbei mit aufgeführt.
  • Investitionsgüter: konkrete Endprodukte mit langer Lebensdauer. Können sowohl für die Lagerung als auch zur Erbringung von Leistungen genutzt werden, wie Fahrzeuge und Häuser.
  • Gemietetes Vermögen: vorgelagert im Fall der berichtenden Organisation, nachgelagert bei anderen Organisationen. Sehr komplexes Verfahren zur Berechnung in dieser Kategorie.
  • Franchiseunternehmen: Betriebe, die ihre Lizenz zum Verkauf von Waren an eine Reihe von externen Dienstleistern vergeben. Auch diese Emissionen sind in Scope 3 zurechenbar.
  • Investitionen: auch durch nachhaltige Investitionen entstehen Emissionen. Laut THG sind dies Eigenkapitalinvestition, Fremdkapitalinvestition, Projektfinanzierung und Kundendienst.
  • Produktverwendung: neben dem reinen Kauf spielt auch die Verwendung für die Emissionen eine zentrale Rolle. Auch die Produktnutzung muss so für die Treibhausgase erfasst werden.

Tipp: Auch wenn die Messung der Scope 3 Emissionen am komplexesten ist, solltest du alle drei Bereiche messen. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag über die Scope 1, 2, 3 Emissionen.

Tipp: 
Auch wenn die Messung der Scope 3 Emissionen am komplexesten ist, solltest du alle drei Bereiche messen. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag über die Scope 1, 2, 3 Emissionen.

So kannst du die Scope 3 Emissionen konkret messen

Bei den vielen Prozessen, die sich den Scope 3 Emissionen im Unternehmen zurechnen lassen, ist die konkrete Messung sehr komplex. Dennoch lassen sich über das GHG-Protokoll einige Schritte finden, die bei der rechnerischen Aufbereitung von Bedeutung sein können. Entscheidend ist jedoch, dass alle Aspekte bereits in Echtzeit dokumentiert und vollständig erfasst werden. Nur so lässt sich zum Beispiel während der Geschäftsreise exakt festhalten, wie viel CO2 wodurch konkret abgegeben wird.

Für weitere Aspekte wie den Transport gilt dies ebenfalls, weshalb du die Distanzen und Häufigkeiten der einzelnen Prozesse exakt im Blick behalten solltest. In vielen Fällen wird dir der von dir gebuchte Dienstleister hierzu die nötigen Details bieten können. Etwas schwieriger ist die Messung sowie die damit verbundene Berechnung im Franchise und bei der Verwendung. Mehr dazu direkt im Protokoll.

Erst durch die vollwertige Messung der Treibhausgasemissionen hast du die Möglichkeit, die Folgen der Lieferkette exakt zu kalkulieren. Vor allem bei den Scope 3 Emissionen wird dies aufgrund der vielen Schwerpunkte und Produkte auf den ersten Blick sehr unübersichtlich, weshalb es hierzu auf eine reibungslose Verwaltung ankommt. So fällt es leicht, die Treibhausgase exakt zu erfassen. Mehr zur betrieblichen CO2-Reduktion findest du direkt in unserem weiterführenden Beitrag zum Thema.

Profitiere von weiteren Fakten zu Scope 1 und Scope 2!

Um die Treibhausgasemissionen während der gesamten Wertschöpfungskette zu erfassen, kommt es vor allem auf die Scope 3 Emissionen an. Diese machen einen großen Teil der Bilanz und des CO2-Fußabdrucks im Betrieb aus und sollten nach den gängigen Standards erfasst werden. Untersuche die Lieferkette rund um die entstehenden Treibhausgase daher möglichst vollständig und beziehe neben CO2 auch die weiteren Gase mit ein. So bist du rund um die Scope 3 Emissionen auf dem Laufenden und sorgst für eine optimale Erfassung. Auch Scope 1 und Scope 2 gibt es aber natürlich zu beachten.

Ein Projekt der RIK JAMES Media GmbH.
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